FAQ2017-04-19T12:39:32+00:00

FAQ

Fachbegriffs-Glossar zum Thema Elektrostimulation

Das Thema Elektrostimulation / NMES klingt kompliziert und die vielen Fachbegriffe lassen es auf den ersten Blick auch erscheinen. Tatsächlich ist die Anwendung aber kinderleicht, vollkommen ungefährlich und bringt schnelle sowie nachvollziehbare Erfolge. In diesem Glossar finden Sie Begriffserklärungen und Definitionen aus der (Sport-) Medizin, Anatomie und zu Funktionen der Geräte.
Wenn Sie darüber hinaus noch Fragen haben und unsicher sind, ob NMES mit Compex für Sie das Richtige ist, dann schreiben Sie uns doch einfach eine Mail.
NMES (EMS)2017-04-19T11:18:15+00:00

Die Elektrotherapie ist eine bewährte medizinische Behandlungsmethode, die bei physischer Rehabilitation und Schmerzbehandlung ebenso eingesetzt wird wie beim Training von Sportlern.

Die Funktionsweise der Elektrotherapie ist sehr einfach. Prozesse, die bei der von Ihrem Gehirn gesteuerten Muskelkontraktion ablaufen, werden genau nachgebildet. So wird bei der Elektrostimulation die Erregung Ihres Muskels durch elektrische Impulse ausgelöst, die von unseren Geräten an den motorischen Nerv geleitet werden. Ihre Muskeln unterscheiden nicht zwischen einer von Ihrem Gehirn und einer durch Elektrostimulation ausgelösten Kontraktion. Man nennt das eine elektrisch ausgelöste Kontraktion.

Die Elektrostimulation ist kein Wundermittel, sondern respektiert die Funktion unseres Körpers.

Das Funktionsprinzip der Elektrostimulation ist sehr einfach und ahmt den Prozess bei einer willentlichen Muskelanspannung getreu nach. Wenn man einen Muskel anspannen will, überträgt das Gehirn diese Information in Form eines elektrischen Signals, das sich mit großer Geschwindigkeit über Nervenfasern ausbreitet, an den Muskel, der daraufhin kontrahiert.

Bei der Elektrostimulation erfolgt die Erregung durch speziell gesteuerte elektrische Impulse direkt auf dem motorischen Nerv, wobei Effizienz, Sicherheit und Verwendungskomfort gewährleistet sind. Der Muskel erkennt keinen Unterschied zwischen einer willentlichen, vom Gehirn ausgelösten Kontraktion und einer elektrisch induzierten Kontraktion: Die erzeugte Arbeit ist identisch. Das ist ein natürlicher Prozess!

Die Technik der Elektrostimulation wurde anfangs im medizinischen Bereich entwickelt und hat ihre Wirksamkeit gezeigt, wie durch zahlreiche, wissenschaftliche Veröffentlichungen zu unterschiedlichen Indikationen bewiesen wurde. Im Verlauf der Jahre haben sich die Eigenschaften der verwendeten Stromformen jedoch geändert. Für die in der aktuellen Technologie zugelassenen Stromformen gelten nicht mehr die zahlreichen Kontraindikationen und Einschränkungen der Ergebnisse, da sich mitunter nur eine minimale Wirkungsschwelle erreichen ließ. Heutzutage gibt es wenige Gegenanzeigen (implantierte Herzschrittmacher oder Defibrillatoren, Epilepsie, Abdomen bei Schwangeren), und die Wirksamkeit hat sich durch große, technologische Neuerungen und Fortschritte auf dem Sektor der Physiologie deutlich verbessert.

Die Elektrostimulation war lange Zeit medizinischen Fachkräften, wie den Physiotherapeuten, vorbehalten. Mit der Zeit entdeckten auch die Sportler die Vorteile der Elektrostimulation, wenn es um die Behandlung ihrer Verletzungen ging und übernahmen diese Technik zur Verbesserung ihrer Muskelleistung. Heutzutage hat sich die Elektrostimulation zu einer Technik entwickelt, die allen zugänglich ist.

Diejenigen, die in ihrer Freizeit oder gelegentlich eine Sportart ausüben, nutzen die Elektrostimulation auch zur Ergänzung ihres willentlichen Trainings, oder um die Bewegung angenehmer zu machen und mehr Freude an ihren Aktivitäten zu entwickeln. Ein gutes Beispiel ist der saisonale Skiläufer, der seine Muskulatur einige Wochen vor dem Winterurlaub vorbereiten kann, indem er die entsprechenden Elektrostimulationsprogramme einsetzt, um sich die ersten mühsamen Tage zu erleichtern und das Verletzungsrisiko zu verringern.

Ein weiterer großer Teil der Anwender und Anwenderinnen verwendet die Elektrostimulation zur Verbesserung von Komfort oder Wohlbefinden im Alltag, beispielsweise zur Muskelentspannung nach einem harten Tag, zur Beseitigung des Gefühls der schweren Beine und zur Straffung der Figur.

Es gibt zahlreiche medizinische Indikationen der Elektrostimulation (Elektrotherapie), sie wird jedoch vorwiegend im Bereich der Rehabilitation eingesetzt.

Kapillarisation2017-04-19T11:16:08+00:00

Kapillarisation bezeichnet die Bildung von neuen kleinen Gefäßverästelungen von Haargefäßen, sogenannten Kapillaren. Zum Beispiel kommt es beim intensiven Muskeltraining/beim Bodybuilding zum Aufbau von neuer Gewebemasse, wobei im Zuge der Kapillarisation die Blutversorgung des neuen Gewebes sichergestellt wird.

Bei der Kapillarisation findet eine Steigerung des Blutkreislaufes statt.

MI-Technology2017-04-19T11:14:33+00:00

MI – Muscle Intelligence™ (nur bei Compex)

Bei bestimmten Stimulatoren finden Sie das Symbol „MI“ Muscle Intelligence™ vor. Das ist eine einzigartige Technologie, die die individuellen physiologischen Gegebenheiten Ihrer Muskeln berücksichtigt und somit eine Stimulation anbieten kann, die genau auf Sie persönlich zugeschnitten ist.

  • Das ist einfach, weil die Übermittlung dieser Daten an den Stimulator automatisch erfolgt!
  • Das ist individuell, weil jeder unserer Muskeln einzigartig ist.
  • Ihr Training wird damit automatisch individuell eingestellt und für Ihre physiologischen Verhältnisse maßgeschneidert.

 

MI-SENSOR

Dank dem miniaturisierten mi-SENSOR eröffnet sich für Ihre Arbeitssitzungen eine ganz neue Welt. Der mi-SENSOR ist ein kleiner Sensor, der den Stimulator mit den Elektroden verbindet. Mit ihm lassen sich bestimmte physiologische Eigenschaften des Muskels messen.

 

MI-SCAN

Mit der mi-SCAN-Funktion sondiert der mi-SENSOR vor Beginn der Arbeitssitzung die gewählte Muskelgruppe und stellt die Parameter des Stimulators automatisch auf die Erregbarkeit dieser Körperzone ein – ganz nach den jeweiligen physiologischen Gegebenheiten.

Dies entspricht einer persönlichen Behandlung im eigentlichen Sinn. mi-SCAN passt die Elektrostimulationssitzung der Physiologie der betreffenden Person an.

 

MI-ACTION

Mit der Funktion mi-ACTION optimiert der mi-SENSOR die Effizienz Ihrer Sitzung. Mit dieser Funktion können Sie willentliche Kontraktionen nach Ihrem eigenen Rhythmus mit stimulierten Kontraktionen kombinieren.

mi-ACTION ist ein Arbeitsmodus, bei dem eine willentliche Muskelkontraktion automatisch von einer Kontraktion durch Elektrostimulation begleitet wird. Die Kontraktion durch Elektrostimulation wird dadurch perfekt gesteuert, die Arbeitssitzung wird außerdem angenehmer, gründlicher und vollständiger.

 

MI-TENS

Mit der mi-TENS Funktion erleichtert der mi-SENSOR die Regulierung der bei den Schmerz-Programmen einzusetzenden Stimulationsenergie. Die Regulierung erfolgt sofort und automatisch. Das erleichtert den Vorgang für den Anwender und garantiert ein optimales Ergebnis.

Die mi-TENS-Funktion zielt darauf, die optimale Stimulationsenergie für die gesamten Programme vom Typ TENS (Schmerzlinderung) zu finden und einzusetzen.

Anhand der regelmäßig während der Sitzung aufgezeichneten durchgeführten Messungen passt das Gerät ständig und automatisch die Stimulationsenergie an, um das Auftreten jeglicher Muskelkontraktionen zu vermeiden, welche bei Programmen dieses Typs nicht erwünscht sind.

 

MI-RANGE

Mit der mi-RANGE Funktion gibt der mi-SENSOR den idealen Regulierungsbereich für die Stimulationsenergien (Minimum und Maximum) an, die bei den Programmen mit niedrigen Frequenzen, wie Erholung oder Massage, einzuhalten sind. Dank der mi-RANGE Funktion brauchen Sie sich nicht mehr zu fragen, ob die von Ihnen gewählte Energie zu hoch oder zu niedrig dosiert ist. Diese Funktion zeigt Ihnen die richtige Einstellung, und optimiert auf diese Weise die Effizienz Ihrer Behandlung oder Ihres Trainings.

 

 

Endorphin2017-04-19T11:11:17+00:00

Endorphine, Kurzform von „Endogene Morphine“, sind vom Körper selbst produzierte Morphine, die schmerzlindernd bzw. schmerzunterdrückend (analgetisch) wirken.

Endorphine werden unter anderem in der Hypophyse und im Hypothalamus produziert. Das Endorphinsystem wird zum einen in Notfallsituationen aktiviert: das ist der Grund, warum manche schwer verletzten Menschen zunächst keine Schmerzen verspüren. Andererseits werden die Endorphine auch bei positiven Erlebnissen ausgeschüttet, was ihnen den leicht irreführenden Namen „Glückshormone“ eingebracht hat.

Muskelatrophie2017-04-19T11:09:49+00:00

Als Muskelatrophie (auch: Muskelschwund, Amyotrophie) wird der Schwund (Atrophie) der Skelettmuskulatur bzw. die Verkleinerung des Muskelquerschnitts bezeichnet, die meist auf eine verminderte Beanspruchung zurückgeht.

TENS2017-04-19T11:06:07+00:00

Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) ist eine nicht den Körper verletzende – also nichtinvasive, medikamentenfreie, zuverlässig wirksame, nebenwirkungsarme, kostengünstige Methode zur Stimulation der Nerven im Schmerzgebiet mit Hilfe von Elektroden, die elektrische Impulse weiterleiten. Diese Impulse bewirken eine Art „Gegenirritation“ im Gehirn und erreichen somit eine Schmerzlinderung.

(TENS; englisch transcutaneous electrical nerve stimulation) ist eine elektromedizinische Reizstromtherapie mit mono- oder (meist) biphasischen Rechteckimpulsen (Wechselstrom) niedriger Frequenz, 2–4 Hz (Low), oder hoher Frequenz, 80–100 Hz (High), die vor allem zur Behandlung von Schmerzen (Analgesie) und zur Muskelstimulation eingesetzt wird.

Über Elektroden werden die elektrischen Impulse auf die Hautoberfläche übertragen. Gewöhnlich werden Frequenzen zwischen 1 und 100 Hz verwendet. Die Elektroden werden dabei in der Nähe der schmerzenden Stellen platziert. Der Reiz selbst ist nicht schmerzhaft. Allenfalls ist ein Kribbeln auf der Haut zu spüren.

Ziel dieser Therapie ist es, sogenannte afferente (Reizbahnen des Zentralen Nervensystems von der Peripherie zum Gehirn, also der Schmerzleitung dienende, sensible) Nervenbahnen so zu beeinflussen, dass die Schmerzweiterleitung zum Gehirn verringert oder verhindert wird.

Die Schmerzschwelle soll durch die TENS heraufgesetzt werden. Dabei geht man entsprechend der Gate-Control-Hypothese davon aus, dass zum einen körpereigene Hemmmechanismen für die Schmerzfasern im Rückenmark aktiviert werden, indem afferente, rasch leitende A-delta-Fasern gereizt werden. Zum anderen sollen absteigende hemmende Nervenbahnen angeregt und die Endorphinfreisetzung gesteigert werden.

TENS-Geräte finden bei zahlreichen Schmerzsyndromen Anwendung, vor allem in der Schmerztherapie und bei muskulären Verspannungen.

Einsatzgebiete der TENS:

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Muskelschmerzen und -verspannungen
  • Gelenkschmerzen
  • Wirbelsäulenschmerzen
  • Nervenschmerzen
  • Rheumatische Schmerzen

In Deutschland ist die TENS-Therapie bei einigen Schmerzformen eine anerkannte Kassenleistung. Die Kosten für die Miete eines Therapiegeräts und in Einzelfällen auch für die Anschaffung werden von der Krankenkasse erstattet.

Die Krankenkasse bezahlt die TENS-Therapie bei folgenden Schmerzformen:

  • Schmerzen nach Unfällen
  • Nervenschmerzen wie Trigeminusneuralgie, „Hexenschuß“, Gürtelrose usw.
  • Phantomschmerz (Schmerzen nach Amputationen)
  • Schmerzen bei oder nach einer Krebserkrankung
  • Schmerzen bei Durchblutungsstörungen
  • Schmerzen bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, hierzu gehören zum Beispiel alle rheumatischen Erkrankungen und alle Schmerzarten die durch Abnutzung, Überlastung, Reizung, Entzündung oder angeborene Fehlbildungen der Knochen, Muskeln und Gelenke entstehen
Frequenz2017-04-19T11:04:23+00:00

Die Frequenz ist ein Maß dafür, wie schnell bei einem periodischen Vorgang die Wiederholungen aufeinander folgen, z.B. bei einer fortdauernden Schwingung. Bei der Elektromuskelstimulation bestimmt die Frequenz welche Muskelfasertypen angesprochen werden.

Die Skelettmuskulatur besteht grundsätzlich aus zwei Typen:

-Weiße Muskelfasern, die schnell kontrahieren. Sie brauchen viel Energie und ermüden rasch.
-Rote Muskelfasern, die langsamer kontrahieren. Sie sind für Kraft und Ausdauer zuständig. Bei mittlerer Belastung ermüden sie nur sehr langsam.

Die Frequenz ist maßgeblich für die meisten NMES-Anwendungen und wird in Hertz (Hz) angegeben.

Kalte Muskeln sollten auch bei der NMES nie der vollen Belastung ausgesetzt werden. Deshalb sorgen moderne NMES-Geräte dafür, dass die Muskeln durch eine Vorspannung sanft aufgewärmt und durchblutet werden.

Moderne NMES-Geräte arbeiten fast ausschließlich mit biphasischen Impulsen, die für den Anwender hautschonender sind. Dabei folgt auf jeden Stromimpuls eine Phase mit einem negativen Gegenschwinger unter der Nulllinie.

 

Motorischer Punkt2017-04-19T11:01:33+00:00

Der motorische Punkt ist die Stelle, an der die motorischen Nervenfasern den Muskel erreichen (auch Innervation).

Motorischer Nerv2017-04-19T11:02:01+00:00

Motorische Nerven sind Nerven die „Bewegungsaufträge“ vom Gehirn an die Muskulatur weiterleiten.

Motorischer Nerv, E motor nerve, efferenter Nerv (efferente Nervenbahn, Efferenz), der vom Zentralnervensystem (ZNS) wegzieht zu einem muskulären Erfolgsorgan (im Gegensatz zum sensorischen Nerv, der dem ZNS Informationen zuführt).

Beim animalen Nervensystem ist das Erfolgsorgan die quergestreifte Muskulatur des Bewegungsapparats, beim vegetativen Nervensystem sind es glatte Muskelzellen (Lunge, Eingeweide) und Drüsen.

Epicondylitis2017-04-19T10:58:29+00:00

Epicondylitis (auch Epikondylopathie; Epikodylose oder Epikondyalgie) ist ein erworbener, schmerzhafter Reizzustand der Sehnenansätze von Muskeln des Unterarms, die an den beiden Knochenvorsprüngen oberhalb des Epikondylus am distalen Teil des Oberarmknochens entspringen.

Die Erkrankung wird der Gruppe der Enthesiopathien zugeordnet.

Es gibt zwei Formen:

  • Epicondylitis radialis humeri (auch Tennisellenbogen; Tennisarm oder Epicondylitis humeri lateralis): am äußeren Epikondylus des Oberarmknochens (Strecker des Handgelenks und der Finger).
  • Epicondylitis ulnaris humeri (auch Golferellenbogen, Golferarm oder Epicondylitis humeri medialis): am inneren Epikondylus des Oberarmknochens (Beuger des Handgelenks und der F

Eine Epicondylitis entsteht durch Überbeanspruchung der Unterarmmuskulatur. Mögliche Auslöser sind:

  • einseitige Beanspruchung (z. B. bei Tastatur-/Mausbenutzung, siehe auch: Repetitive Strain Injury Syndrom, Sportklettern)
  • Fehlhaltungen im Beruf, bei der Haus- und Gartenarbeit oder in der Freizeit
  • falsche Technik bei Schlägersportarten (der Griffumfang spielt dabei wohl keine Rolle[1])
  • bei Schlafhaltung in Seitenlage (Verwendung des stark gebeugten Armes als Kopfstütze)

 

Lumbago2017-04-19T10:57:11+00:00

Unter Lumbago, im Volksmund gängigerweise als „Hexenschuss“ bezeichnet, versteht man starke akute Rückenschmerzen im Bereich der Lenden. Sie gehören zu den häufigsten Rückenschmerzen.

Lumbago tritt meist plötzlich nach ruckartigen Bagatellbewegungen wie Heben, Bücken, Drehen, etc. auf. Die Schmerzen sind sehr intensiv, der Patient kann sich anfangs kaum noch bewegen und verfällt aufgrund der schmerzbedingten Bewegungseinschränkung in eine Schonhaltung. Die Rückenschmerzen können nicht nur im Bereich der Lendenwirbel, sondern auch nach thorakal ausstrahlen. Weiterhin liegen muskuläre Verspannung und Druckschmerzhaftigkeit vor.

Bei einigen Lumbago-Patienten treten chronische oder rezidivierende Rückenschmerzen im Bereich der Lenden (chronische Lumbalgien) auf.

Ursache für Lumbago sind meist Muskelzerrungen oder Wirbelblockaden. Auch eine Bandscheibenvorwölbung (Protrusio) oder ein Bandscheibenvorfall (Prolaps) kann diese Symptome hervorrufen (geht aber zusätzlich oft mit sensorischen und motorischen Ausfällen einher). Als seltene Ursachen für starke Rückenschmerzen kommen auch Entzündungen und Tumoren im Bereich der Wirbelsäule in Betracht.

Um die Ursache für die Schmerzen abzuklären führt der Arzt oft neben gezielter Anamnese und körperlicher Untersuchung eine neurologische Untersuchung (Lendenregion und unteren Extremitäten) durch. Um einen Bandscheibenvorfall auszuschließen kann eine bildgebende Diagnostik (Röntgenuntersuchung, CT, MRT, etc.) erfolgen.

 

Laktat – Salz der Milchsäure2017-04-19T10:45:43+00:00

Laktat entsteht als Stoffwechselprodukt vor allem bei starker körperlicher Beanspruchung in den Muskeln. Der Laktatwert liefert dem Arzt wichtige Informationen über den körperlichen Zustand des Patienten.

Laktat ist das Salz der Milchsäure, das vor allem in den Muskeln bei Sport und anstrengender Arbeit gebildet wird. Laktat entsteht aus Glukose (Traubenzucker), wenn kein Sauerstoff vorhanden ist (anaerobe Glykolyse). Nach körperlicher Anstrengung steigt der Wert im Blut natürlicherweise an. Ein hoher Laktatwert kann aber auch ein Zeichen für eine Erkrankung wie zum Beispiel Diabetes (Zuckerkrankheit) oder eine Lungenembolie sein. Erhöhte Werte in der Rückenmarksflüssigkeit weisen auf eine Hirnverletzung oder Infektion hin.

 

Was ist Laktat?

Laktat („Milchsäure“) ist ein Stoffwechselprodukt des Körpers, das eine wichtige Rolle im Energiehaushalt spielt. Laktat entsteht vor allem im Muskel, wenn dieser Energie benötigt. Der Muskel erhält seine Energie unter anderem aus dem „Muskelzucker“, dem Glykogen. Das ist eine spezielle Speicherform des Traubenzuckers (Glukose). Nach der Freisetzung aus dem Glykogen (Glykogeno­lyse) wird Glukose mithilfe von Sauerstoff in Ruhe vollständig abgebaut (aerober Stoffwechsel). Dabei entsteht neben Wasser und Kohlendioxid auch ein Stoff namens „ATP“ (Adenosintriphosphat), welches der Muskel unbedingt benötigt, um sich zusammenziehen zu können.

Wenn der Muskel hohe Leistungen vollbringen muss, die mehr Sauerstoff erfordern, als das Blut liefern kann, dann wird Glukose nicht vollständig abgebaut, sondern über ein Zwischenprodukt (Pyruvat, Brenztraubensäure) zu Laktat umgewandelt. Für diesen Stoffwechselweg ist kein Sauerstoff notwendig (anaerober Stoffwechsel). Auf diesem Weg entsteht ebenfalls Energie in Form von ATP sowie Wasserstoff-Ionen (H+).

Dieser Wasserstoff ist es, der das Blut „sauer“ macht (Laktazidose). Der Laktatgehalt des Blutes steigt dann an – ebenso der Gehalt an Wasserstoff-Ionen. Dadurch sinkt der pH-Wert des Blutes ab (der normale pH-Wert des Blutes beträgt 7,37 – 7,45). Ab einem bestimmten Punkt kann die Leistung nicht weiter gesteigert werden – der Körper ermüdet, die Leistung muss abgebrochen werden. Laktat wird unter anderem in der Leber und im Herzen wieder abgebaut. Die Leber kann Laktat auch wieder zu Traubenzucker umbauen.

 

Welcher Laktat-Wert ist normal?

Der Normalwert (Referenzwert) von Laktat liegt im Blutplasma bei 0,5 – 2,2 mmol/l (Millimol pro Liter) und in der Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) bei 1,1 – 2,4 mmol/l.

 

Wann steigt der Laktat-Wert?

Bei starker körperlicher Arbeit oder bei intensivem Sport steigt der Laktatwert im Blut an. Da der Laktatwert eng mit dem Zuckerstoffwechsel zusammenhängt, finden sich auch bei Stoffwechselentgleisungen des Diabetikers erhöhte Laktatwerte. Außerdem führen Gewebeschäden zu einem Laktatanstieg – und zwar immer dann, wenn die Sauerstoffzufuhr nicht mehr gewährleistet ist. Das ist bei schweren Erkrankungen der Fall wie zum Beispiel bei der Lungenembolie, bei der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder beim Kreislaufzusammenbruch („Schock“). Der Laktatwert wird daher besonders häufig auf Intensivstationen bestimmt.

Laktat wird außerdem von einigen Bakterien gebildet, so dass die Laktatkonzentration im Blutplasma auch bei Infektionen erhöht sein kann.

Laktatwerte können zudem in der Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) gemessen werden; auch hier ist der Wert erhöht, wenn eine Infektion vorliegt. Außerdem bilden bestimmte Gehirnzellen (Astrozyten) Laktat. Bei Gehirnverletzungen und -erkrankungen produzieren sie vermehrt Laktat, so dass sich die Konzentration in der Rückenmarksflüssigkeit erhöht.

 

Wann ist der Wert zu niedrig?

Werte unterhalb der Norm haben keinen Krankheitswert.

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

 

Quelle Internetseite Apothekenumschau